Barbara Ehrt

Die Französin

Roman

Clausthal-Zellerfeld 1998: In den Ruinen der NS-Munitionsfabrik ‚Werk Tanne‘ wird ein mit Säure übergossener Toter gefunden. Welche Rolle spielt eine junge Französin, die 1944 als Kriegsgefangene nach Clausthal-Zellerfeld kam? Welche Ziele verfolgt die Gruppe im ‚Königreich Romkerhall‘? Die Ereignisse in diesem Buch finden hauptsächlich in den Jahren 1944/45 und 1998 statt, die Handlung ist wie immer bei der Autorin gut recherchiert, originale Textstellen aus der NS-Zeit verdeutlichen, das die menschenverachtende Politik von Altnazis wie z. B. Himmler und Darré auch im Harz willig umgesetzt worden ist.
Der Kern rechter Ideologien, oft in einer Mischung von Traditionstreue und Nationalstolz mystifiziert, enthält in
Wahrheit immer die Bereitschaft zur Selektion, vermeintlich ‚höherwertiges‘ Leben soll über das vermeintlich ‚minderwertige‘ herrschen oder es sogar vernichten.

Über die Autorin

Barbara Ehrt

Barbara Ehrt studierte Sozialwissenschaften und Kunst in Marburg, Berlin und Kassel und kehrte nach mehrjähriger Berufstätigkeit aus den Niederlanden in den Harz zurück. Ihre gut recherchierten, historischen Romane beschreiben sowohl die vielfältige Schönheit des Harzes als auch die Abgründe seiner einzigartigen Bergbaugeschichte. Sie ist Mitglied im VS und FDA und lebt in Goslar.

Andere Bücher

Skurriles zwischen Himmel und Harz

Die Geschichten erzählen von düsteren Wäldern, dystopischen Zukunftsvisionen und Aufbrüchen ins Unbekannte, von historischen Orten und dem ganz normalen menschlichen Wahnsinn.

Der Venediger

Amanda begegnet im Wald einem seltsamen Mann. Ist er einer der rätselhaften Venediger, die vor Jahrhunderten den Harz auf der Suche nach Mineralien durchstreiften? Diese vermeintlichen Goldsucher aus Italien hinterließen in ganz Europa ihre Spuren und weil sie von der Insel Murano bei Venedig stammten, nannte man sie Venediger. In alten Sagen und Legenden wurden sie mit allerlei übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet, obwohl sie als Prospektoren nur den seltenen Braunstein (Mangan) für die Herstellung des einzigartigen venezianischen Kristallglases beschaffen sollten. Den Ruf der Venediger als kundige Goldsucher machten sich auch Scharlatane wie Philippus Sömmering und Freifrau Anna Maria von Ziegler zunutze, ein Pärchen, dass es mit seinen betrügerischen Aktivitäten am Braunschweiger Hof zu besonders trauriger Berühmtheit brachte (dokumentiert durch Prozessakten im Niedersächsischen Landesarchiv Wolfenbüttel). Auch der berühmte Jakob Fugger spielt in der Handlung eine Rolle, allerdings ist es eine der vielen fantastischen Übertreibungen dieses Buches, ihn einer Mordtat zu bezichtigen.

Die Tote im alten Schacht

Eine Frauenleiche im alten Bergwerksschacht bei Goslar, ein gefährlicher Serienmörder in der Nachkriegszeit, eine Tote im Schnee, morbide Familienbeziehungen hinter dunklen Kulissen, verzweifelte Frauen, im Wald vermisste Mädchen, das ist der Stoff, aus dem diese nicht ganz alltäglichen Kriminalfälle entstanden sind. Und nebenbei erfahren die Harz-Fans unter den Lesern hochinteressante Informationen zur Regionalgeschichte des Harzes.

Die Harzfrau

Eine junge Frau begibt sich während des Siebenjährigen Krieges in große Gefahr, als sie ohne männlichen Schutz durch den Harz reist, um ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit ihres Vaters zu lösen.

Auch der Dichter Goethe durchstreift in diesem Buch das Mittelgebirge auf der Suche nach mineralogischen Funden und kleinen Liebesabenteuern, um der sittenstrengen Enge des Weimarer Fürstenhofes zu entfliehen. Goethes Auseinandersetzung mit dem Thema der Kindstötung und seine Begegnungen mit einfachen Harzer Frauen könnten ihn durchaus inspiriert haben, die Gretchentrag die FAUST zu verfassen.

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Die Autorin hat die Atmosphäre dieses gespenstischen Ortes sehr gut eingefangen. Was damals wirklich passiert ist, bleibt trotz aller Recherchen noch immer lücken- und rätselhaft. In den Ruinen der deutschen Seelen, die ähnlich gespenstisch sind, hat Barbara Ehrt auch geforscht und das Ergebnis ist ein Blick in den Harz und in die Herzen von damals und später. Ein Roman über versteckte Orte, für die Sprengstofferzeugung gebaut und mit Gift verseucht, symbolisch für viel mehr als nur alte Munition.

– Walter Rothschild

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Der Autorin gelingt es, die Geschichte unseres Harzes unterhaltsam, faktenreich und geschichtstreu darzustellen. Dadurch eröffnet das Buch einen neuen und wichtigen Zugang zu der Leidensgeschichte von ausländischen Zwangsarbeitern und -arbeiterinnen in unserer direkten Umgebung.

– Dr. Stefan Cramer

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